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Anpassungsmaßnahmen auf betrieblicher Ebene

Der Bewirtschafter hat verschiedene Möglichkeiten, sich an klimatische Veränderungen anzupassen. Hinsichtlich der drohenden sommerlichen Wasserknappheit sind nach GROCHOLL (2011) vor allem zwei Aspekte relevant: die Verminderung der unproduktiven Verdunstung und die optimale Ausnutzung des vorhandenen Wassers. Einige Anpassungsmaßnahmen sind im Folgenden aufgeführt:
 

Fruchtfolgegestaltung, Arten- und Sortenwahl

  • hoher Anteil wassereffizienter, trockenheitstoleranter Arten in der Fruchtfolge
  • Winterungen statt Sommerungen (wichtige Entwicklungsstadien in Monaten mit hoher Wasserverfügbarkeit)
  • Züchtung von Toleranzen (Trockenheit, Hitze, Kälte, Sonneneinstrahlung) und Resistenzen (Schaderreger, Krankheiten)
  • wasser- und nährstoffeffiziente, früh abreifende Sorten
  • Anbau "neuer" Kulturen, die im Klimawandel Vorteile genießen (z.B. Hirse, Sorghum, Soja)
     

 Pflanzenbauliche Maßnahmen

  • Zwischenfruchtanbau in den Wintermonaten, tiefwurzelnde und wassersparende Kulturen nutzen (z.B. Ölrettich, Buchweizen)
  • frühe Aussaat zur Ausnutzung der Winterniederschläge (Frostgefahr!)
  • konservierende Bodenbearbeitung (Mulchsaat, Direktsaat)
  • Verminderung von Bodenverdichtung
  • Verbesserung des Humusgehaltes
  • bedarfsgerechte Düngemittelausbringung, angepasst an sommerliche Trockenphasen
     

Angepasste Beregnung (Technik und Beregnungssteuerung)

  • Einsatz wasser- und energieeffizienter Beregnungssysteme
  • Ermittlung des optimalen Beregnungszeitpunktes (eigene Messungen, Hinweisfax Fachverband Feldberegnung e.V., Wetterdienste)
  • Ermittlung der optimalen Beregnungsmenge (Wasserbedarf der Kulturen, Beregnungswürdigkeit, Wasserverfügbarkeit)
     

Betriebliche Maßnahmen sind nicht direkt als Anpassung an den Klimawandel zu sehen. Sie sind eher die Folge betriebswirtschaftlicher Überlegungen und stellen damit eine indirekte Anpassung an klimatische Veränderungen dar. Selbst bei Bereitschaft zu direkten Anpassungen bleibt der Bewirtschafter in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt, da er sich den Anforderungen des Marktes und seinen eigenen betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten anpassen muss.

 
Quellen:

CHMIELEWSKI, Frank-Michael (2007): Folgen des Klimawandels für Land- und Forstwirtschaft. In: ENDLICHER, Wilfried & GERSTENGARBE, Friedrich-Wilhelm (2007) (Hrsg.): Klimawandel - Einblicke, Rückblicke und Ausblicke. S. 75-82. Potsdam. externer Link zur Quelle (01.03.2011)

GROCHOLL, Dr. Jürgen (2011): Effiziente Wassernutzung im Ackerbau Nord-Ost-Niedersachsens: Möglichkeiten zur Anpassung an den prognostizierten Klimawandel - Literaturübersicht. Literaturstudie im Rahmen des Verbundprojektes KLIMZUG-NORD. 32 S. Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Uelzen. externer Link zur Quelle (11.07.2011)

LWK - Landwirtschaftskammer Niedersachsen (2008): No Regret - Genug Wasser für die Landwirtschaft?! - Projektbericht. Bezirksstelle Uelzen, Fachgruppe 2. externer Link zur Quelle (10.12.2010)

VLK - Verband der Landwirtschaftskammern (2010): Klimawandel und Landwirtschaft - Anpassungsstrategien im Bereich Pflanzenbau. 12 S. Berlin. externer Link zur Quelle (08.12.2010)